Am Freitag war ich zu Gast bei HMZE Beyond Vibe Coding. Stefan Schmidt hatte in einer der letzten Folgen Semantic Anchors mal als "Magic Spells" beschrieben, und ich finde, das trifft es sehr gut.
Den Ausgangspunkt hatte ich auf LinkedIn: Posts über AI, die alles macht, Swarms die über Nacht laufen, Code der morgens fertig ist. Ich konnte es nicht glauben. Also habe ich mir das Spark Framework von Reuven Cohen angeschaut. Kein 150-Zeilen-Prompt, der Test-Driven Development erklärt. Nur drei Wörter: "TDD London School." Das reichte.
Der Begriff hat im Modell eine Wissensinsel aktiviert. London School heißt: Mocks first, Outside-in-Design, Tests definieren die Schnittstelle. Das alles steckt in diesem einen Begriff, weil er in den Trainingsdaten gut definiert ist. Die KI weiß, was gemeint ist, ohne dass ich es erklären muss.
Das lässt sich kombinieren. "arc42" gibt 12 Kapitel Struktur. "ADRs nach Nygard" gibt ein präzises Format für Architekturentscheidungen. "3-Punkt Pugh Matrix" fügt eine Entscheidungsmatrix hinzu. Drei Anker in einem Satz, und ich habe präziser beschrieben, wie meine Architekturdokumentation aussehen soll, als es 300 Zeilen Prompt könnten.
Der Vorteil gegenüber dem langen Prompt: "TDD London School" ist wartbar. Ich sehe, warum das Modell sich so verhält. Ich kann gezielt eingreifen. Und die Begriffe funktionieren modellübergreifend, weil sie in den Trainingsdaten stabil verankert sind.
Die vollständige Episode gibt es hier:
LinkedWild